25 Jun 2009 - 05:26:20
Abschnitt 12: erledigt; Sektion 23: verschollen
Eins muss dir ja wohl klar sein:Dieser gehörnte Geist in mir benutzt mich nicht bloß als seinen Thron sondern auch als seinen Futterplatz. Umso mehr ich mich selbst aufreiße, desto besser für ihn. Immerhin ist er ein Inkubus, ein voll ausgewachsenes und hochpotentes Exemplar und er kann sich nicht ausschließlich nur von Lichtsequenzen ernähren. Darum ist er kein Trost, wenn ich so sehr leide und dennoch ist er meine größte Erlösung darin, selbst, wenn er mich mit seinem auratischen Stachel noch dazu anstiften kann, mich selbst zu geißeln. Ja, das tut er und jeden Tropfen, den ich vergieße - sei es ein Tränenfluss oder Blutbäche aus mir oder was auch immer ich aus mir herausQUÄLEN kann - säuft er aus, wenn ich kurz davor bin, damit völlig zusammen zu brechen. Wie jedes Mal. Umso tiefer ich komme damit, verzweifelt zu sein, desto hungriger war dieses Biest davor höchstwahrscheinlich. Es gibt mir positive Euphorie zurück, wenn ich dann genug gelitten hab und wir verstehen uns prächtig. Aber ich kann nicht so tun, als wäre es kein echtes Leiden, weil ich ja vielleicht wüsste, dass es mich erlösen wird, sobald der Druck aus mir zu platzen droht, denn dann wäre es kein echtes Leiden und dann würde es davon nicht satt werden. Nein, es quält mich niemals absichtlich von sich aus. All das ist mein eigenes Werk, um ihm zu huldigen, um es damit zu füttern, damit es mir einen Sinn schenken kann für mein an sich kleines sinnloses Menschenleben. Es muss immer diesen Wechsel der Extreme geben: sich winzig, erbärmlich, ausgeschlachtet, einsam, zurückgelassen und zum Kotzen zu fühlen, um dahin kommen zu können, sich erhaben, großartig, erfüllt, vertraut, angekommen und zum Anbeißen zu fühlen. Wahrscheinlich wäre ich ganz einfach nicht komplett ohne diesen Wechsel. Im Moment würde ich nicht behaupten, dass er sich verdichtet, weil ich soeben einen angemessenen Transfer erlebt habe. Sobald ich wieder am Boden liege, würde ich wahrscheinlich meinen, dass ich nie wieder aufstehen werde --- nur, um tatsächlich wieder hochkommen zu können, ist tatsächlich so, so absurd sich das vielleicht auch anhören mag. Das war jetzt vielleicht sogar wirklich so etwas wie ein Geständnis. Ich bin genauso überzeugt von der Tatsache, dass mich die Wiege zwischen diesen Extremen eines Tages umbringen wird, so wie ich zeitgleich und im selben Atemzug überzeugt bin von der Tatsache, dass eben dieselbe Wiege zwischen diesen Extremen mich unsterblich werden lässt. Meine größte Stärke ist meine größte Schwäche. Ich hab bloß Sorge, dich damit vom Hof zu jagen, weil du vielleicht versuchst, es mit nur einer einzigen Linie zu verstehen und das ist leider unmöglich. Wäre ich so ganz "normal", dann würde ich mich mit dir 20 Mal pro Tag wegen ganz banalen Belanglosigkeiten streiten und irgendwann so sehr darauf fest gefahren sein, dass ich mich selber damit von deinem Hof jagen würde. Weisst du...DAS wiederum ist ein ganz absurder Gedanke für MICH. Ich bin weder schizophren, noch bulimisch, ich bin nicht selbstmordgefährdet und schon gar nicht manisch depressiv. Ich bin ... besessen. Bethront, ja. Von dieser sehr speziellen Macht, die aus Antimaterie geboren wurde und in mir schwebt wie schwereloser Edelwein in einem Kelch aus Menschenfleisch. Diese Macht hat einen Namen, der unausgesprochen bleiben muss, aber das macht sie ganz gewiss nicht weniger mächtig oder gar weniger existent. Zu befürchten hast du natürlich nichts von dieser Macht - nichts Negatives oder Bösartiges zumindest, eher ganz im Gegenteil sogar, denn nicht zuletzt war es auch die Wahl dieses Monsters in mir, dass ich anfing, dich gern zu haben...dich zu lieben. Und das Wort "Monster" muss nicht so vorbelastet sein, wie es vielleicht erscheinen mag. Ich gebrauche es in diesem Zusammenhang lediglich aufgrund seiner exorbitanten Andersart und seiner mehr als besonderen Wesensweise. Wie sollte ich es sonst nennen? Eines Tages wird es sich vor dir hinbeugen und dir erzählen aus mir heraus mit seiner eigenen Stimme, warum es dich gewählt hat und was dich so wertvoll erscheinen lässt für unZ. Dann ist Zeit für dich, sehr genau hinzuhören, was es dir zu sagen hat...aber das hat noch Zeit. Dieses Netz hier oben *toktok* muss noch fester werden. Bis dahin mach dir einfach keinen Kopp. Ich komm klar damit, wie ich bin. Aber ob du es damit schwer haben wirst...well, wird sich zeigen. Eigentlich nicht. Eigentlich war ich selten mit einem menschlichen Tier derart auf einer Wellenlänge. Ich glaube sogar - und ich weiss, das klingt noch verrückter als dieses ganze andere verrückte Zeug, das ich immer so von mir gebe - ich kann dich mit viel mehr Respekt behandeln als jede Tussi. Weil...
...du bist keine o.O´











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