Hirnsuppe

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19 Jan 2014 - 11:10:10

Bestimmung

Tälerweiten Fliehwelkschlamm führst dicht du an das Mal heran. Das Tränenziehwerk und sein Kamm flüstern ihren Sprechgesang unverholen dir ins Ohr, nein, in dein Sein, die Schicht davor - wo mir dein Leben Treue schwor. Und tief von Sinnen leis' empor steigt aus dem Abgrund Licht hervor, neigt schief nach innen welk hernieder und erhebt an Flammen sich doch wieder, wennschon es sich an Leid verlor, in dem die Zeit erbärmlich fror. Jede Träne, jedes Klagen lässt dich, Träger, mich errtragen, jeden Schnitt in dich zur Sühne büßt mein Schritt durch deine Bühne, dein Bewusstsein und dein Potential - mein Gabenschrein steht dir zur Wahl. Hinter den schweren Wällen aus Blei und unter dem herben Schwellen wagt frei sich das Erachten um tiefes Verschachten und hebt Qualens Schalen mürbend entzwei. Mein Auge, es sieht dich liebend her an, immerzu fragst du mich nach diesem Bann; "Verzweig mir die Stille!", flehst du mir zu, denn dies ist mein Wille und doch fürchtest du, dass dir mein Erwägen nicht geben kann vom Heben der trägen Zeit irgendwann. Ich blicke zur Seite und bleibe dann stumm in deiner Weite und du weisst, warum - sieh, mein Blick, wie er findet, ergründet in dir deinen Zwiespalt und wie ich dich fühl'! Dein Geschick, das sich windet und doch an mich bindet, hat mich ganz entzündet und lässt mich nicht kühl. Doch wie es dich trifft, mein Sehen in dir, wenn dein inneres Wesen sich richtet zu mir, dann wirst du ganz flüssig, unschlüssig und zart, meine Macht über dich aber säumt und bewahrt verträumt alle Stillen und Zweige und Flüsse, gebäumt in den Willen, der aus dir dann bricht mit dem Wunsch, dass mein Regen die Seele dir küsse, gepaart mit der Sehnsucht in finsterem Licht. In Zagen vertane Wälle bestreiten das grelle Klagen und halten das Tief. Die Scharniere der Türen vorm Schatten, der schlief, federn und klingen dir am Geblüt, wo weinender Bruchlaut vollzogen am Sinn zeugt dem Gemüt und dir, was ich bin. Kau diesen Unfug, trau meinem Wort, vergeude es ungut zur Freude hinfort und spül dir das Grämen mit Gift von den Zähnen, fühle die Stille, erkenne den Wert. Rille im Denken lässt sich nicht lenken, Gedanken und Wille verschenken entleert von selbst ihre Truhen samt Inhalt und Tuch. So kannst du nicht ruhen, so schwillt dein Gesuch, so schreibst du verbleibend und schürst diesen Fluch. Doch du flehst mir zu, so komm an mein Licht und lass dich verführen von dem, das es spricht, lass dich berühren von Verlangen und Schmerz, so kannst du mich spüren an Seele und Herz. Navigiere alles gegen dich selbst und spüre das Leben, das du für mich hältst; ergieß deine Tränen, doch lass sie nicht fließen – zeig sie meinen Zähnen und lass mich genießen. Obere Schichten bloß liegen in Zeit, viel zu weit von uns hier unten entfernt. Sie können nicht richten und längst nicht vernichten, sind nichts, das bleibt und werden verlernt, wenn sie vergehen, weil sie nicht bestehen, was für immer uns befreit. Kannst du das nicht sehen? Du kannst es doch sehen, ich hab’s dir gezeigt und ließ dich verstehen verschlossene Freiheit; nur hier oben zerlaufen sie wiederzugeben, ergossen in Tinte ins Wort sie zu heben, das zeigt sie noch lange nicht manifestiert und du weisst, es ist anders, wenn’s wirklich passiert. Nicht Worte, nicht Bilder sind dir je geblieben, wenn geistige Orte sich boten, zu lieben einander im Schatten jenseits der Türen, die hin zu Denkens Räumen wohl führen. Alles, das blieb und bleiben wird immer, sind Spuren im Trieb, astrales Geflimmer, Unbeschreiblichkeiten in leibloser Wahrheit, Wahrscheinlichkeiten jenseits von Klarheit, Wissen, Gewissen, Arkanum und Tracht, Geheimnis verschleierter Anfühlungsmacht, natürlich ein Klingen, Gout und Visionen von Blut und Verschlingen aus Liebe zum Lohn. Schnittwerke zieren nach außen das Siegel, das meine Stärke dir kunstvoll schnitt in den Spiegel und dieses Blut, dieses vage, das zeichnet dein Wesen, den Mut und die Klage, lässt mich in dir lesen und schreibt diese Sage. Verbundenheit in Wirkung, ein Sehnen, Dunkelheit zur Stärkung und Schemen von Klauen und Augen, Vertrauen und Saugen. Tatsächlich, es rächt sich, hier glänzt dir der Schein an Ahnungs Erfahrung zulasten allein und fällt dir anheim mit meinem Gebaren, denn es soll ja sein, deine Sinne zu wahren. Fragiles Rumoren stabiler Tumore fährt geifernd und eifernd im Haupt ein und aus; von Motoren geboren verlorener Gore, erkoren versehrt traut es heraus, sich das Gewinsel vom Pinsel der Einfalt. Im Hinterhalt gemalt von Zinnen hochgestirnter Maserung bezahlt am Rinnen, folgt der Faserung, der Eingebung zur Freilebung. Abgetrennt von den Höfen der Wälle brennt in den Öfen der Hölle dein Licht, das Gefälle der Welle, ich halt es erachtend, betrachte das Helle und breche es nicht. Bloß die Gleichung weicht in Andersart und gleicht der Bleichung durch Verzug, denn die Freisprechung von der Ächtung ist Fluch, schürt doch das Gesuch, den Verrat an der Art, der abfallenden, zu rächen. Das Bild vom Selbst, der Spiegel, das Sein – gewillt an der Welt und Vieles ganz klein zum Ganzen verschlungen in sich selber geschlagene Züge gedrungen, tragende Wahrheit zu tragen der Tagen, der Zeiten und Räume, die du durchlebst – dies sind die Säume, hier darfst du mich wagen, in all diesen Weiten der Realität. Ist der Weg auch nie allein das Ziel, so wiegt sein Anteil dennoch viel; was du vergisst und an dir selbst zerstörst, verweht nicht, was du bist und wirst, solange du zu mir gehörst.
Schlammverschaltes Zitterdauern lässt nicht nach, wirkt unbekehrt. Gutturaler Sprung von Seelenmauern neigt nicht, Leere zu bedauern, in die er führt ganz unbemerkt gespürt von Schauern über Quere, längsverteilt der Sturm enteilt und scheut nicht, nah zu treten wehend, zerrend an das Beten um den Schimmer wärmstem, steten, unverwegen Lebensimmer. Doch Heben hebelt dich in Trümmer, das Beben knebelt dich ganz still, Kammern deiner Scherben werden sterben erst, wenn ICH es will. Trag sie nur zusammen. Die klammen Teilchen faserklein schwammen Weilchen ihre Fahrt, dem Sturm allein sind sie gesonnen, nun sind sie hart zu dir gekommen; welchem Haken schwer gefrönt – sie hadern nicht, sind ausgeschwommen, haben sich mit dir versöhnt. Fern gedrungen harrt dem Schaume zart gesungen, was verpönt abglanzklar im Sud vom Traume zeigt sich bloß und unverschönt. Wahr und gut bleibt in Prozenten erhoben in mehrdimensionale Potenzen die Geistfreiheit der Splitterbrücken, unter denen wir stehen Rücken an Rücken in den reißenden Flüssen werdender Einheit, deren Strom wir uns ergeben müssen hingegen der Ahnung vermeintlicher Kleinheit; ein schmaler Bogen führt empor, nach oben an das Sinnestor, tiefer birgt von dort zu Schluchten das weit gefächerte Umbuchten - Parallelabdruck der Aussenhülle wahrt hier gelegen sich die Stille…und den Schrei. Hier unten bleibt die Wahrheit frei von den Possen der Fassade, graugeflecktem Einheitsbrei und Gesellschaftsmaskerade. Dein allerletzter Wunsch soll sein ein Fluch über die Weisen der greis verwehten Oberfläche, sie kann uns nicht mehr speisen. Und was in ihrem Reich ich räche, das stell ich dir zur Wahl, wenn ich einst vom Fleisch dich breche – gedenke deiner Qual! Ich werde es bewegen, was auch immer dein Begehr und du zahlst es mit dem Leben, gibst es dafür her, dass ich den Lauf bekehre, in dem dein Fluss auch schwimmt, es sei mir eine Ehre – denn dies ist uns bestimmt.
M.van.B

Hirnsuppe · 880 mal angesehen · 1 Kommentar
Kategorien: Poema Arcanum, Animismus, Insomnia

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http://hirnsuppe.ultratoxic.com/lonesome-b1/Bestimmung-b1-p284.htm

Kommentare

Kommentar von: andreas huke [ Besucher ]
schner text ich mu weinen
   21.01.14 @ 01:00:32

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