Hirnsuppe

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04 Jan 2014 - 22:31:07

Der Urknall


Euphorische Epiphanie enthüllt sich am träumenden Weiher der weltschweren Tränen da, wo die Stille am Ufer als einzige haust. Sämiges Hallen dröhnt gurgelnd durchs Zeitmark und wirbelnd zieht fallender Segen heran an die Stätte des Gottes, der dort entsteigt dem Raume des Weinens, so staublos wie weit. Und Durst gebiert ein lüsternes Zieren, das sich nicht ziert, sich ums Regen zu schnüren, das vom Leib abgesondert sich Leben selbst nennt. Es brennt die Nacht aus hellen Krügen, die den Mond enthalten. Man säuft ihn aus in vollen Zügen, niemand will im Kalten liegen, hier halten keine Säulen mehr. Was sollen sie den Himmel teilen, er wird uns nicht vom Tode heilen, sollte der uns noch ereilen. Schlummernd in den Armen der warmen Lichter Wogen hier windet sich im Traume zart des Durstes lusterfüllte Zier. Und der Gott steigt aus dem Weiher, seine Augen sind verbaut, Elend sehend, danach schaut er der Welt auf die vernarbte Haut. Es traut sich sanft ein leises Klingen auf blinden Schwingen zu ihm ran, doch es blutet seinen Mut aus, weil es sein Gift nicht atmen kann. Strahlend dann ergibt sich zeigend eines neuen Morgens Blässe in den Staub der tauben Einfalt leidend eine blaue Nässe, zaghaft zählt das zahme Zieren sein Erwachen wütend nach und will doch seinen Sinn verlieren, weil er ihm vor Lust zerbrach.
Im Kern der Welt schläft eine Muschel, darin dieses Numen lag, das verschandelt endlich wandelt in der Weltenfläche Tag. Aufgeschält am Grund die Wahrheit, die ihn einst versiegelt hielt, hat ihren Inhalt hart verspiegelt der Zeit in ihren Puls gespielt. Über zugezog'nen Zangen spielen Lärchen lächelnd Fangen, freunden sich in Höhen an, in die ihnen niemand folgen kann. So weit fort vom Kern der Welt, der seinen Gott nicht länger hält, aller Tränen Wiege. Doch Tränen stillen keinen Durst, so ziert die Lust nur Lüge. Das Numen aus den Tränen steigt, zitternd schwankt's an Land; das Wunder keine Wirkung zeigt, es sickert in den Sand. Ratsam stülpt sich übers Zieren jetzt der treue Hauch vom Schwur, der die lange Weltenkette zieht auf seine blanke Schnur. Nur die Inbrunst schweigt dem Klagen stumm sein dreistes Hoffen an, denn ihr Gesang dröhnt durch die Hallen hoher Weiten Weltgespann so unerhört wie frei geschlagen aus den Mauern, die dann zerstört am Boden kauern und keine Wände je mehr tragen.
Oh, Sinn! Wie suchte dich die Welt, die jetzt an deinem Gott zerfällt! Feuer der Freude, Momente im Nichts, erstehendes Heute im Abglanz des Lichts, ein Raum ganz wie gemacht für Zeit: Unsterbliche Vergänglichkeit.

M.van.B

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Kategorien: Poema Arcanum, Insomnia

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