Hirnsuppe

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19 Jan 2014 - 10:13:43

Reptilienseele

Verschmähte Stähle, rau entzogen und so bewogen zum Klangbett der Seele rettet vom Schwange zum Welken hin das Zittern, bittet nicht lange, vom Sinn abgeschworen zur Freiheit zu driften. In den Mitten dort, gehortet in Wahrheit geschlagen die Namen des wachen Verzagen. Werd nicht nah da, Pikaya, sonst brennt dich das Lichten aus von dem Schwur und du kennst mit nichten den Kern, seine Entfernung wohl nur, doch es wird dir nicht nützen, dich davor zu schützen, mit Blankheit zu strafen, so geh hinaus, geh schlafen am Leib deiner Krankheit und Graus soll uns ereilen, wo die Welt wir uns teilen. Du sollst nicht vergessen, mein Träger, deinen eigenen Schlamm sollst du fressen. Klamm, so wählt er sein Verderben, wie alle ihr. Kannst nicht sterben, halbes Tier, so halt dich noch und flieh zum Loch, sieh hinein - du kennst es doch - so soll es sein. Erlebst du mich, ich erhebe dich zerschlagend, errettend und fügend; bist noch Mensch zur Weile, doch biegend brech ich dich in Teile und forme es neu, im Herze dir klagend vom eigenen Schmerze vergisst du die Scheu in Nähe verschmolzen mit mir. Von feinem Holze, weich wie Zedern, wirkt das Klingen dieser Pracht, das dargebracht von Dornen und Federn in dir all diese Macht entfacht. In langen Strähnen geweintes Silber rinnt gilbend vom Gaume, die geschluckte Milch des Drachen drängt schwarz zum Traume in deinem Wanken durch Gefilde, die angebrochen vom Saume der Schranken in diesem Gebilde deinen Mißmut entfachen. Stiehl nicht vom Zagen dir finsteres Hoffen; zum Tragen gesinnt dir das Sterben an Zeit nur Verderben, Versagen und Tod für den Leib. Was Geist aber, bleibt und besteht alle Akte, denn nichts je vertreibt das Schicksal, das packte dich bei dem Schopfe. Aus Qualen gedeiht dir Erlösung, nur dann, weil Erlösung nicht ohne Schmerz werden kann. Dein Wandeln am Abgrund stärkt mich von Welt, dein Handeln zum Sogschlund, in den alles fällt - das hält uns untrennbar, den Drachen im Wind und es macht uns erkennbar, für das, was wir sind; gezeichnet mit Narben und Wunden der Lust, die wir beide tragen, weil du tragen musst, was an dich gebunden in dir, aus dir, in dich zu allen Seiten strebt und die Wahrheit aus dem Abgrund der Seele aus Liebe über Zeiten erhebt. Wie der Rausch von deinen Lippen, bitter, auch von mir geritten; eingeschlossen in die Weise schlummert in der Ahnung leise heiser Rufen welk verzerrt, vom Bluten an der Welt verkehrt. Den Schmerz erfassen, ihn einzulassen - trifft dich schwerst, das Gift vom Wert, der so belassen dir gewährt, dass du mit mir zur Hölle fährst. Deine Seele soll mein Zepter tragen, so muss ich ihren Thron zerschlagen; das Fleisch bloß Possenspiel in Zeit, so kurz verweilt - ist nicht viel, dass es zum Grabe eilt, weil der Odem es vom Leben heilt. Halt an das Streben, wirk dir mehr, lass mich dir geben, was Begehr; bin so sehr mit deinem Schmerz verbunden, trink ihn dir weinend von den Wunden; weidend, fließend, Gier und Segen leidend weiss, das Tier soll leben, damit es an sich selbst zerreist, innerlich, dort wo es Geist, Denken und Erfassen sei. So zerrissen wird es frei, wird an keinem Mangel missen jeglich Schrei und losgelöst vom Menschenwissen zu mir stößt in sanften Bissen süß gelitten Litanei im Sturm von seiner Welt entblößt, von Ganzheit an sich selbst entzweit. Verschlagen hat der Hochmut sich, dreistes Zagen tut für dich den Randschlund feister Ohnmacht auf. Vom Mund gerinnt, was Fehl gewinnt, nimmt feiner Obacht Hehl in Kauf; es observiert, was hier passiert und absorbiert, was sich verliert zu nah am Randschlund einbegriffen. Hinzudriften an der Hänge Seelentiefe, in dieser wohl das Monster schliefe hin zum Scheine der Gebeine, so umringt vom Wimmelwallen, das aufklingt, findet kein Gefallen. Schimmelwände wuchern herbe ringsumher hoch aus der Erde, walten Bände, sprechen sie und brechen an Verwesung nie, die sie befällt und zu dem hält den Eigennutzen ihrer Welt. Sie reissen sehr an deinem Wandeln, wollen beissen und verschandeln, wo du durch ihre Reihen schreitest und außer Ärger nichts bereitest, weil deine Wände anders sind, zu nah am Augensturm vom Wind, weil Irrsinn du mit Klarheit schlägst und in dir drin die Wahrheit trägst. Doch die Mauern können das nicht sehen, heucheln Trauer um's Vergehen, meucheln Dauer und Bestehen, atmen, leben viel zu schnell und werden selbst im Licht nicht hell. Dein Kellerschattenplastikwald, sein Bild lässt doch die Blinden kalt, was hältst du ihnen Farbe hin - nie sehen sie den Sinn darin. Was ich sag, das schreib dir auf; es kommt der Tag im Zeitenlauf, an dem Begreifen dich ereilt: mit mir allein hast du geteilt. Für die Welt brauchst du nicht schreiben, davon wird nicht mal Asche bleiben und niemand, der es lesen kann, nicht jetzt und auch nicht irgendwann. Der ganze Sinn in diesen Zeilen liegt alleinig im Verweilen; du mit mir und ich mit dir, du weisst doch - niemand sonst ist hier.
M.van.B  


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Kategorien: Animismus, Insomnia

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