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02 Jul 2009 - 03:18:38
Seelenschnitter
In meinem Maul schmilzt es giftig zu klebrigem Absud und rinnt mir sauer von den Lefzen, die ich hochzerre vom Ekel erfasst und in der Blöße des Augenblicks an einen verräterischen Abgrund mahnend, der mir zwölf Täler ernstes Leid beschert hat von siebenunddreißeg Allzeiten im Lichtwinkel meiner Einzugswellen. Hierauf liegt das Tor zum Stimmwerden der inneren Gewalten so mächtig und bloß wie die Jungfrau des Morgens in ihrer tauklaren Blüte. Erstehend sinnt die Macht an, zu siegen über den jauchzenden Äther der friedherrlichen Wonne. Prickelnd ergossen zeigt sich das Herz zum Fliehen selbst angewinkelt und keine Schmenen mehr tanzen um den Schaft der Kuppen, die das Dach über strauchelndem Gestern bilden und ihm immer ein gleiches Morgen mit der Lust unverdrehter Reinheit bescheren werden. Ich kann nicht schlafen in den Nächten, jeder Rückhalt sehnt den Kampf mit einer Geste des Welkens, so fromm bedacht und doch so bösartig gegliedert. Und angewidert stellt sich in der Mitte des Bedauerns die Flamme der Bedingungswut quer, hat so finster gelitten auf den Spuren der Auswüchse. Hart herangezogen schwenkt das Weilen in den Augenblick der starren Größe und senkt sich nieder in den Brauch des Gestattens ohne bedenkenden Rückhalt. An mir nagt mit quälendem Verzücken noch immer dieser Einbezug und so kariert fühle ich mich mit dem Heben und Senken meiner eigenen Atmung darin stehend, dass ich den Feind in mir selbst nicht mehr richtig erkennen kann. Selten hab selbst ich im Unglauben so finster und eigenmächtig gelegen, dass die Wahrheit in Karmas Garderobe mich hinterrücks packend einer Schlange gleich anfiel und vergiftend mich biss mit den schrecklichen Zähnen bitteren Wiedererkennens. Das Geschehen wirbelt mich aus sich und ringt mich zu Grunde, auf dem es mich stundenlang zerreisst. Könnte ich einmal nur liegen die ganze Nacht ohne Licht in mir, wäre ich frei von dem Glauben an Vernunft dort so frohlockend auf den Schienen herumspringend. Ich möchte sie verdammen, meine Einfalt und mein Mittelmaß verschandeln, meinen Rest von Würde dann verfluchen und den Ausgang mit Absicht niemals finden. Stur den Pfaden folgen wie an Fäden, rücksichtslos...aber ich kann die Welt auf meinen Schultern nicht so tragen, als sei ich Sklave eines Anderen, sie tragen zu müssen. Was ich spür in meiner Kehle, steigt mir wankend in den Mund und ich wünschte mir einen Brechreiz, um dieses Gift von meiner Seele kriegen zu können. Nein, ich wandle keine Scherben mehr und ich warnte ab vor ihnen; jetzt war dies wieder genug, ein Fehler zu sein, den ich begehen musste, weil er meinem Schicksal entspricht. Und immer wieder kann es gebrochen werden vom Zufall, das tagt mir zur letzten Hoffnung ins All meiner Existenz, darin hoffe ich für mein Wesen bis zum allerletzten Wimpernschlag. In mir dröhnt weiter dies' Begehren und stellt sich auf wie ein Pfau den Schweif aus Federn, droht mir hässlich, faucht mit Widerwart mir schallend ins Gemüt. Ich will die Rache nicht ertragen müssen, wenn sie durch mich ein Werk vollrichtet, ich will nicht die Stimme Gottes sein vor den Sündern, denen nur die Haut wichtig erscheint. Die Runde der Zahlen und Ziffern schmälert mir die Wangen zum siebten Mal, weil von Worten das Los von Abwendung galt. Der Augenschein wollte den Augenblick betrügen um seine zugedachte Heiligkeit; jetzt fällt das Universum doch in sich selbst zusammen und es nützt ihm nicht, weiter vor sich hin zu expandieren dabei. Gerechtigkeit wird meistens abgeschafft, wenn Dummheit regiert und weil Dummheit nicht regiert, sondern nur herrschen kann, geht meistens auch das Recht mit Freiheit dabei drauf. Wirkliche Würde sollten wir wirklich uns vom Fliehwinkel nicht ziehen. Ich habe so lange versucht, dieses Mysterium zu entschlüsseln, dieses Mysterium einer Nacht, die niemals mehr enden sollte, so lange schon will ich den Grund erspüren und meine Ohnmacht begreifen, dieses Gefühl, in dem ich mich so sehr ausliefern möchte ohne mich dem zu erwehren. Ich muss manchmal Schreckliches für mich tun, damit nicht noch schlimmere Dinge passieren. Ich habe noch niemals zuvor so seltsam geliebt. Am Rand der Krane, die das Fundament meiner Werte anheben können, steht hämisch grinsend ein Gespenst ganz aus Verleumdung erschaffen und was ich auch betreiben mag, von dort es zu vertreiben, so grinst es mich doch weiter bloß an und lässt sich kaum bewegen von diesem Fleck, an dem es steht wie festgewurzelt. Den Hang zum Splittern wieder ganz nah mich herangelassen...das Mal der Bürde wieder aufgebart und wie von den Zeilen gedriftet, an die mein Leben angebunden ist. Ich kämpfe mit dem klammen Schatten an den Mauern der Verweigerung und spüre das Offene in mir wie von einem Stein getroffen. Mein Sturm zu wild, meine Woge zu tief, erschreckend tief und unbändig. Diese Nähe...wer sie ertragen könnte, wäre mein Freund. Wer nicht die Weltlichkeit bräuchte, mir in die Seele zu schauen...wer mir in die Seele schauen könnte ohne diesen Zweifel um die eigne gottverdammte Sicherheit. Ich würde so gern einmal, ein einziges Mal doch nur, eine sichere Anhaftung bedeuten können! Eine sichere Anhaftung im Gemüt meines Gegenübers, der seine gottverdammten Zweifel nicht benötigt vor mir, weil er wirkich sehen kann...weil er wirklich sieht. Doch wer da versucht vor mir, wirklich zu sehen...sinnt an zur Flucht vor mir, vor meiner Tiefe, die wohl einnehmend verschlingt, denn - was sonst treibt als Aspekt im Anflug des Fürchtens zur Flucht davor? Zweifel. Sicher doch. Auf mich hast du nicht gewartet, mit mir hast du nicht viel erlebt. Was soll dich binden? Dass ich in mir solche Schreckgespenster trage?! ... Mein Band ragt aus der Tiefe empor, bindet sich an deines an und begegnet einer Weltichkeit, die sich niemals meiner Tiefe hingeben würde mit dem Gefühl der sicheren Weile. Und nicht bestrebt erscheint die Auswucht am sich stricken wollenden Gefüge dieser Verbundenheit, nicht bestrebt, doch fest zu werden und ich kann den Moment nicht festhalten. Im glanzvollen Schein seiner Weise mag ich atmen und tanzen und ein Glück empfinden, das aus mir strahlen möchte, so sehr es sich in mir erhellt und mich erhellt von innen her. Aber von dem Glanz aus sehe ich mich beinahe schon in die Scherben driften, bloß weil die Weltlichkeit über meiner Tiefe deiner eigenen Weltlichkeit nicht genüge sein kann, keine Konstante geben kann, kein Gefühl von sicherer Anhaftung. Und was wird sein? Wird es dich fort zerren von mir...so wie jeden von euch? So wie es jeden von euch von mir fort zerrt, sobald mein Kern sich zu offenbaren trachtet? Scheint es wohl mir ein Gesetz zu sein, das mich betreffen möge, ein solch besonderes Band nicht halten zu können, weil es sich von mir von selbst ablöst, sobald ich zu dicht mit meiner Wahrtheit daran komme. Was kann ich denn bedeuten? Einen Vertreib deiner Zeit, einen waghalsigen Sprung über raue Steine in einem Bachbett? Ein Vergnügen, eine Geschichte? Eine Geschichte, die du niemandem erzählen würdest? Das Grab einer Chimäre, die keine Verantwortung tragen konnte? Was kann ich bedeuten? In mir und für mich und allein durch mich und allein in mir und für das Wesen, das mich bethront, kenne ich durchaus die Welten, die ich selbst bedeute und ich lebe in ihnen und aus ihnen heraus. Aber was kann ich mitnehmen dort hinein in diese Welten, wen kann ich mitnehmen? Nur deinen Geist, einen Teil deiner Seele. Deiner Seele, ja. Und was willst du mir geben von deiner Seele, dass ich dir zeigen kann, was in mir ist? Welchen Teil von dir willst du mir geben, ein Teil von mir werden zu können, dass ich auch ein Teil von ihm werden kann?
Vielleicht soll es mir nicht zustehen, mich zu ergehen in derartiger Verbundenheit mit Wesenheiten, die sich ausserhalb meines eigenen Bewusstseins befinden, ich weiss es nicht. Ich weiss, dass ich nie wieder eine Frau lieben werde, nachdem diese eine meine Liebe nicht mehr wollte...und ich sie ihr dann auch nicht mehr geben konnte. In jeder Frau würde ich ja doch nur nach ihr suchen und sie nicht finden und es hassen, was ich tue und tun könnte und tun würde mit Frauen, die nicht sind wie sie und sie auch nicht sein können. Ich habe noch nie am anderen Geschlecht geliebt; dieser Kerl ist bei mir aufgetaucht so ziemlich genau in dem Moment, als ich empfand mit aller Deutlichkeit, meine einzige echte Liebe vergebens verschenkt zu haben und mit dieser Intensität nie wieder an einer anderen Frau liegen zu können. An einer anderen Frau...nein. Aber an einem Kerl?! Ich hab es mir nicht zielgebend vorgestellt, ich konnte es mir überhaupt nicht vorstellen. Und trotzdem war es das einzig richtige Gefüge für mich. Im Konses dieser Überlagerungen kosmischer Schichten definitiv. Sonst hätte ich nicht weiterschreiben können an der WELLE. Ich scheue mich nach wie vor, den wirklich allerletzten Satz der WELLE zuende zu schreiben. Nein, ich weigere mich nicht, aber ich glaub, ich hab immernoch irgendwie Angst davor. Wird mich wohl nicht schützen oder bewahren können, das weiss ich wohl. Aber ich weiss nicht, wie gottverdammt tief ich noch kommen kann und ich weiss auch nicht, ob ich darin stecken bleiben werde. Und ich kann nicht erwarten, da heraus gerissen zu werden, selbst, wenn mich das vielleicht retten könnte, ich das wüsste und mir vielleicht sogar wünschen würde auf einer speziellen Schicht meines Bewusstseins, die im Verborgenen wohl läge so sehr, dass sie stets darauf achten würde, nicht erkannt zu werden, selbst dann nicht, wenn sie es am liebsten darauf anlegen würde. Und ich kann mir auch nicht einbilden, dass ein Werteinbezug mich dauerhaft bemeißeln könnte oder dass Schnitte in die eigene Seele mich nicht von oben und dann spiegelverkehrt immer wieder einholen werden - wie ein Echo, ein gottverdammtes Echo. Hall auf Schall dichtet es sich mir auf an dem Schwur, meine Tribute mit Ehre und Demut zu erbringen und auszutragen für die Weile meiner Ganzweile für jetzt und immerdar. Weil ich nichts behalten kann ~ darum werde ich verbluten, weil ich nichts behalten kann, ja. Werde ich wohl frei von allem, das ich in irgendeiner Weise hätte besitzen können, besitzen wollen, endlich Eins werden mit dem Nirwana, werde ich mich wohl auflösen an den eigenen Narben, in die es nichts sie zu befüllen gäbe und ich würde allein zum letzten Mal über dieses Feld wandern...um nach irgendetwas von dieser Welt zu suchen, das mich mit dem Herzen halten wollte. Dass ich es selbst halten konnte würde darin stehen und zur Bedeutung tragen, erweiterte Einheit noch über jede verschollene Sektion hinaus mit Würde, Wollen und Wissen zeitgleich zu sein. Ewig könnte ich darin atmen, ja ewiglich. Zwischen NOCH MAL und NIE WIEDER muss es eine Konstante geben, die beide miteinander vereint hält. So ist es ewig, dass NIE WIEDER und NOCH MAL sich aufteilen in ihr selbstverrückendes Gefüge. Und in mir schlägt sich kein Groll an in der Einsicht über die Einheit, weil ich ihr Wesen erkannt habe, weil ich mein eigener Anteil weiter in ihr bin und sein werde, da sie mein Teil ist, so wie ich das ihre bin in dieser Verbindung. Nur manchmal verbrenne ich mir beim Buckeln den Rücken und versenge mir die Sohlen beim Tritt nach festem Boden, weil ich immer noch ein Tier bin. Und die Freiheit fest halten zu wollen ist ein Widerspruch in sich. So trag ich meine 10 Schwerter, mit denen werde ich in den wirklichen Schatten tanzen und jedes von ihnen wird das Richten bestimmen, das G.O.T.T. durch mich ereilen lässt. Partikelchen? Du glitzerst so schön.


Hirnsuppe · 186 mal angesehen · 0 Kommentare
Kategorien: Insomnia

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http://hirnsuppe.ultratoxic.com/lonesome-b1/Seelenschnitter-b1-p122.htm

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